Im Mai 1938 verzogen die neuapostolischen Familien Berndt von Burgstädt und Amende von Zschorlau nach Zwenkau. Die Gottesdienste besuchten die Glaubensgeschwister in der Gemeinde Leipzig – Süd, denn in Zwenkau bestand noch keine Gemeinde. Nach dem Kriegsende kamen viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten nach Sachsen. Unter diesen befanden sich auch Glaubensgeschwister. Südlich von Leipzig fanden einige von ihnen eine Zufluchtsstätte in den Orten Eythra, Wiederau, Dalzig, Pegau und Groitzsch. Diese neuapostolischen Christen hatten viel verloren, nur eines nicht – ihren Glauben. Das führte zu einem Aufblühen der Neuapostolischen Kirche, denn am 21.02.1948 wurde die Gemeinde Groitzsch, am 20.05.1948 die Gemeinde Zwenkau, am 16.01.1949 die Gemeinde Wiederau und am 10.08.1952 die Gemeinde Böhlen gegründet.
Die weitere Entwicklung
In Zwenkau fanden zunächst Stubengottesdienste statt. Später wurden Räumlichkeiten in Gaststätten gemietet. Durch die Gaststättennähe trat manche Störung auf, bis ab 1950 der hintere Teil der Kegelbahn im Gasthof „ Kronprinz“ angemietet werden konnte. Die Zeit war damals für die Gemeindemitglieder in Zwenkau nicht einfach. Sanitäreinrichtungenen fehlten, eine Sakristei gab es nicht, geheizt wurde mit Sägespäneöfen. Die Gemeinde Zwenkau entwickelte sich weiter kontinuierlich. 1982 begann der Umbau des Kirchenraumes zu seiner heutigen Form. Sanitäreinrichtungen, eine Gasheizung, neue Fenster und Türen und ein neues Dach wurden eingebaut. 1983 ging die Mitgliederzahl durch Wegzug von Geschwistern nach Leipzig-Grünau wieder zurück. Es gab wenig Zuwachs, denn politische Verhältnisse und beginnender Wohlstand versperrte den Menschen den Blick zu Gott. 1996 wurde die Gemeinde Markkleeberg nach Zwenkau eingliedert. Das brachte der Gemeinde Zwenkau einen neuen Aufschwung, ebenso der Zustrom von Wolgadeutschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese zweite Aussiedlerwelle nach dem 2. Weltkrieg führte zu einem schönen Zuwachs. Aber nicht alle Gäste und Gemeindemitglieder blieben in Zwenkau und Umgebung. 1998 beging die Gemeinde Zwenkau ihr 50-jähriges und 2008 ihr 60-jähriges Jubiläum. Hervorzuheben sind die Besuche des Bezirksapostels Nehrkorn im Oktober 1998 und der Besuch des Bezirksapostels Klingler im September 2010 in der kleinen Gemeinde sowie besondere Anlässe zum Feiern wie Goldene, Diamantene und Eiserne Hochzeiten.
Die heutige Gemeinde
Es gibt ein reges Gemeindeleben, welches sich neben den Gottesdiensten, Kinderunterrichten und Chorübungsstunden in vielen gemeinsamen Erlebnissen bei Ausflügen, zu Gemeindefesten, Pfingstfahrten und über viele Jahre zu den Konzerten des Zwenkauer Chores in der Katholischen Kirche äußert. Die Gemeinde Zwenkau hat derzeit 68 Mitglieder, die von 5 Amtsträgern betreut werden.
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Neuapostolische Kirche